
Nach Abspaltung vom Turnverein Babenhausen hat sich ein neuer Schwimmverein gegründet. 28 Trainer bieten ab Januar ein breites Programm an.
Sie sind natürlich kein bisschen bissig – im Gegenteil: Die Sportfreunde Babenhäuser Haie vereint die Liebe zur Bewegung im Wasser. Dabei wird nicht nur das Miteinander geschätzt, sondern neben dem sportlichen Auftrag die soziale Ausrichtung großgeschrieben. „Der neue Verein steht für eine starke Gemeinschaft, die sich durch Transparenz, gegenseitige Wertschätzung, respektvolles Miteinander sowie Spaß und Freude an der Bewegung auszeichnet“, erklären die Haie, die sich im August 2025 im Babenhäuser Freibad gegründet haben und seit 21. Oktober offiziell im Vereinsregister Darmstadt eingetragen sind – die Haie zählten zu diesem Zeitpunkt bereits 150 Mitglieder. Ab Januar starten die Sportfreunde Babenhäuser Haie mit ihrem Trainingsprogramm, darunter – Stand jetzt – mit Wassergewöhnungskursen ab vier Jahren, drei Schwimmlernkursen, Kraulkursen für Erwachsene und festen Trainingsangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Breiten- und Wettkampfsport. Darüber hinaus wird auch Aquafitness angeboten.
Dass der blutjunge Verein mit so vielen Angeboten durchstartet, liegt am reichen Erfahrungsschatz, der Fachkompetenz und der großen Zahl von 28 ehrenamtlichen Trainern. „Ich war 25 Jahre lang Abteilungsleiter Schwimmen beim Turnverein Babenhausen“, berichtet Uli Spatar, der aus Unzufriedenheit ging, um einen eigenständigen Verein zu gründen. Viele Trainer zogen mit. „Wir gehen nicht im Bösen“, betont Spatar – im Gegenteil, viele der neuen „Haie“ besäßen nun eine Doppelmitgliedschaft.
Spatar bildet mit acht weiteren Aktiven einen gleichberechtigten Vorstand. Auch wenn die Haie im Januar mit ihrem Sportprogramm in zwei Hallenbädern beginnen, sind sie bereits gesellschaftlich in Erscheinung getreten – unter anderem als „Budenbetreiber“ beim Babenhäuser Hüttenzauber auf dem Marktplatz vorm Rathaus. Im Verein herrscht „Schwarmdenken“. Ihren Auftrag empfinden die Haie als einen sozialen: „Das Miteinander steht im Vordergrund“, sagt Uli Spatar. Es soll keine Sportelite geben, denn die Begrüßungsformel „Hai Gude“ soll keine Floskel sein. Die Haie bemühten sich auch um die Schwächsten: Inklusion soll gelebt, sozial schwache Kinder mitgenommen („Wir suchen Sponsoren für Schwimmenlernkurse.“) und für möglichst alle Schüler in Kooperation mit den Grundschulen Abzeichenkurse angeboten werden. „Da wollen wir noch stärker werden“, sagt Spatar, der auch den Schwerpunkt Inklusion vertiefen möchte. Trainiert wird im Sportbad Dieburg (wo es für die Hai-Familie beim Anschwimmen am 1. Januar in den offiziellen Trainingsbetrieb ging), im Hallenbad Groß-Zimmern und im Sommer im Babenhäuer Freibad. Informationen zu den Sportfreunden gibt es auf den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook sowie im Internet unter www.babenhaeuser-haie.de.
Das Abnabeln von Uli Spatar und weiteren Aktiven führte übrigens nicht zum Erliegen des Schwimmangebots beim TVB. Der Babenhäuser Großverein arbeitet nach eigenen Angaben „unter Hochdruck“ an der Neuorganisation seiner Schwimmabteilung. „Da sich die bisherige Abteilungsleitung sowie mehrere Trainer entschlossen haben, den Verein zum Jahresende zu verlassen, werden ab dem 1. Januar alle bisherigen Angebote und Schwimmzeiten – mit Ausnahmen – entfallen“, heißt es vom TVB-Vorstand. Aktuell angeboten werden freies Schwimmen (donnerstags im Sportbad Dieburg) sowie ab Januar Wassergewöhnungs- und Schwimmenlernkurse ab vier beziehungsweise sechs Jahren. Der TVB werde unter www.tv-babenhausen.de über den jeweils aktuellen Stand der Dinge informieren. (Ursula Friedrich)